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Feststellanlagen Ratgeber 2026
Feststellanlagen Ratgeber 2026: Normen, Komponenten, Wartung
Eine Feststellanlage ist eine bauaufsichtlich zugelassene Sicherheitseinrichtung, die Brand- und Rauchschutztüren im Normalbetrieb offenhält und im Brandfall automatisch freigibt. Sie wird nach DIN EN 1155 zugelassen, nach DIN 14637 in Betrieb genommen und ist jährlich nach DIN 14677 zu warten. Dieser Ratgeber fasst Komponenten, Auswahl, Montage und Wartung herstellerübergreifend zusammen.
Was ist eine Feststellanlage?
Eine Feststellanlage besteht aus mindestens fünf Komponenten: Energieversorgung (Netzteil oder Zentrale), Brandmelder (Rauchschalter oder Thermoschalter), Feststellvorrichtung (Haftmagnet + Ankerplatte oder Türschließer mit integrierter Feststellung), Auslösevorrichtung und Handauslösetaster. Letzterer ist gesetzlich vorgeschrieben und ermöglicht die manuelle Auslösung im Notfall.
Eingesetzt werden Feststellanlagen an T30/T90-Brandschutztüren und RS-1-Rauchschutztüren in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen, Hotels, öffentlichen Verwaltungsgebäuden und allen Bauten, in denen Brandabschnitte definiert sind aber regelmäßiger Durchgang erforderlich ist. Ohne Feststellanlage müssten diese Türen ständig manuell geschlossen werden – mit ihr bleibt der Betrieb durchgängig, der Brandschutz wird durch automatische Freigabe im Alarmfall sichergestellt.
Aus welchen Komponenten besteht eine Feststellanlage?
Rauchschalter
Der Rauchschalter detektiert Rauchpartikel im Türsturz-Bereich und löst die Feststellanlage aus. Hauptmodelle: Hekatron ORS 142 (optisch, EN 54-7), GEZE GC 152 (mit RSZ 6 Zentrale), dormakaba ORS 142 (in Rauchschalterplatinen integriert). Für Sonderanwendungen gibt es Thermoschalter (TDS 247) bei Räumen mit erhöhter Staubbelastung oder Funkrauchmelder (ORS 155 F, GC 172) bei nachträglicher Nachrüstung.
Zentrale / Rauchschaltzentrale
Die Zentrale schaltet den Haftmagneten ein und überwacht den Rauchschalter. Standardmodelle: Hekatron FSZ Basis (für 1 Magnet), FSZ Pro (mehrere Magneten, BMA-Anschluss), GEZE RSZ 6 (kompakt, mit integriertem Rauchschalter), dormakaba RMZ. Bei vielen Türschließern (TS 93 EMR, TS 5000 R) ist die Zentrale bereits im Türschließer integriert – keine separate Zentrale nötig.
Türhaftmagnet
Der Türhaftmagnet hält die geöffnete Tür durch Elektromagnetismus an der Wand oder am Boden. Bei Stromabschaltung (Alarm) gibt der Magnet die Tür frei. Spannung: 24 V DC. Wichtige Modelle: Hekatron THM (Standard, Wandmontage), Hekatron THM-AFS (mit Aufschraubsockel), GEZE Türhaftmagnet (verschiedene Bauformen), dormakaba EM 500. Auf der Türseite wird eine Haftgegenplatte montiert – starr, gefedert oder mit Gelenk je nach Türbau.
Handauslösetaster
Pflicht in jeder Feststellanlage – ermöglicht die manuelle Auslösung von außen. Standardmodelle: Hekatron HAT (kabelgebunden), HAT 155 F (Funk-Variante), GEZE Handauslösetaster. Mindestens ein Handauslösetaster pro Anlage, gut sichtbar und erreichbar montiert.
Welche Norm gilt?
Die zentralen Normen für Feststellanlagen in Deutschland sind: DIN EN 1155 (Bauprodukt-Norm für die elektrisch gesteuerte Feststellvorrichtung), DIN EN 14637 (Systemanforderungen, Leitungsüberwachung, EMV, Klimaprüfung), DIN 14677-1 (Instandhaltungsmaßnahmen, Wartungsintervalle), DIN 14677-2 (Fachkraft-Anforderungen). Für integrierte Rauchschalter gilt zusätzlich EN 54-7 (optische Rauchmelder), EN 54-18 (E/A-Geräte) oder EN 54-25 (Funk).
Jede Feststellanlage benötigt eine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) mit Zulassungsnummer der Form Z-6.5-xxxx. Die DIBt-Zulassung ist herstellerspezifisch und gilt nur für die exakt zugelassene Komponenten-Kombination – Mischanlagen aus verschiedenen Herstellern sind nicht zugelassen, es sei denn explizit benannt.
Wie funktioniert die Auslösung im Brandfall?
Im Normalbetrieb hält der Türhaftmagnet die geöffnete Tür fest – die Tür bleibt offen, der Verkehr ist frei. Im Brandfall detektiert der Rauchschalter Rauchpartikel über die optische Streulichtmessung. Bei Überschreitung der Auslöseschwelle sendet er ein Signal an die Rauchschalterzentrale, die die Stromversorgung des Haftmagneten unterbricht. Der Magnet gibt die Tür frei, der Türschließer schließt die Tür selbstständig – Brand und Rauch werden im Brandabschnitt eingeschlossen.
Wichtig: Eine Feststellanlage ist KEINE Brandmeldeanlage. Sie löst nur die ihr zugeordnete Tür aus, schickt aber kein Signal an externe Systeme. Erst FSA-Typen 2 und 4 nach DIN 14677-1 (mit BMA-Integration) leiten Alarme an Brandmeldeanlagen weiter – dafür gilt zusätzlich VDE 0833-2.
Wartung und Abnahme
Vorgeschrieben ist eine jährliche Funktionsprüfung nach DIN 14677-1 durch eine sachkundige Person (Anforderungen nach DIN 14677-2). Geprüft werden: Spannungsversorgung, Funktion des Rauchschalters (mit Prüfgas), Auslöseverhalten des Haftmagneten, Schließverhalten des Türschließers, Zustand der Leitungen und Befestigungen, Sichtprüfung aller Komponenten. Das Ergebnis wird in einem Prüfprotokoll dokumentiert – das Protokoll ist auf Verlangen der Bauaufsicht vorzulegen.
Tauschzyklen: Rauchschalter haben eine maximale Standzeit von 8 Jahren (manche Modelle 10 Jahre nach Herstellerangabe), danach Pflichttausch. Funkrauchmelder mit fest verbauter Batterie haben oft 8 Jahre Lebensdauer – die Komponente ist dann komplett zu tauschen. Bei Auslösung kann eine zusätzliche Sichtprüfung erforderlich sein.
Bei der Inbetriebnahme (Erstabnahme) nach DIN 14637 wird die Anlage vollständig geprüft, dokumentiert und in Betrieb genommen. Die Erstabnahme ist Voraussetzung für den Versicherungsschutz und die behördliche Anerkennung.
Welcher Hersteller passt zu mir?
Hekatron ist Marktführer im deutschen Brandschutz und der Standard in Industrie und öffentlichen Gebäuden. Stärken: bewährte Komponenten (ORS 142, FSZ-Zentralen, THM-Magnete), breite DIBt-Zulassung, viele BMA-Integrationen. GEZE kombiniert Türschließer und Feststellanlage nahtlos (TS 5000 R, GC-System mit RSZ 6) – ideal wenn Türschließer und FSA aus einer Hand gewünscht. dormakaba bietet integrierte Lösungen wie TS 93 EMR mit eingebauter Magnetisierung – kein separater Magnet nötig, kompakt für Einzeltüren. Dictator ergänzt mit Schließfolgereglern (SR 90) und Sonderzubehör für zweiflüglige Türen.
Häufige Fehler bei Planung und Wartung
Die typischen Probleme in der Praxis: Falsche Rauchmelder-Position (zu nah am Sturz, zu hoch – führt zu Fehlauslösungen oder verspäteter Detektion). Vergessene jährliche Wartung – DIN 14677 fordert sie zwingend. Defekte oder schwache Haftmagnete (Spannung prüfen, Magnetkraft messen). Funkmodule ohne Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger. Mischanlagen aus verschiedenen Herstellern ohne DIBt-Zulassung. Fehlende oder versteckte Handauslösetaster. Nicht protokollierte Wartungen, die im Schadensfall die Versicherung gefährden.
Häufige Fragen
Was kostet eine komplette Feststellanlage für eine Tür?
Eine einfache Standard-Feststellanlage (Türschließer mit integrierter Feststellung wie TS 93 EMR + Rauchschalter) liegt bei etwa 400–800 Euro Material. Eine Variante mit externer Zentrale, separatem Haftmagneten und Funkanbindung kann 1.000–2.000 Euro erreichen. Hinzu kommen Montage und jährliche Wartung (60–150 Euro pro Jahr).
Brauche ich eine Feststellanlage für jede Brandschutztür?
Nein – nur dann, wenn die Tür im Normalbetrieb offen stehen soll und nur im Brandfall geschlossen werden muss. Wird die Tür ohnehin immer geschlossen gehalten, reicht ein normaler Türschließer ohne Feststellung. In stark frequentierten Bereichen mit Brandabschnitt (Korridore in Krankenhäusern, Hauptdurchgänge in Schulen) ist die Feststellanlage praktisch alternativlos.
Wie oft muss eine Feststellanlage gewartet werden?
Jährlich, durch eine sachkundige Person nach DIN 14677-2. Die Funktionsprüfung umfasst Rauchschalter (mit Prüfgas), Haftmagnet, Türschließer und Auslöseweg. Das Prüfprotokoll ist vorzuhalten – bei Versicherungs- oder Bauaufsichts-Kontrolle wird es verlangt.
Welche Rauchmelder dürfen in Feststellanlagen verbaut werden?
Nur DIBt-zugelassene Rauchschalter mit Prüfzeichen nach EN 54-7 (optisch), EN 54-18 (E/A) oder EN 54-25 (Funk). Haushaltsübliche Rauchwarnmelder sind nicht zulässig. Marktstandard: Hekatron ORS 142 (Vollintegration), GEZE GC 152, dormakaba-Komponenten.
Können verschiedene Hersteller kombiniert werden?
In der Regel nein. Die DIBt-Zulassung gilt für die exakt geprüfte Komponenten-Kombination eines Herstellers. Mischanlagen aus z.B. Hekatron-Rauchschalter und GEZE-Magnet sind nur zulässig, wenn die jeweilige Zulassung das explizit benennt. Bei Neuanlagen einheitlichen Hersteller wählen.
Empfohlene Produkte aus dem Sortiment
- Türschliessshop dormakaba TS 93 EMR – Integrierter Türschließer + Feststellung
- GEZE Feststellanlage RSZ 6 – Rauchschalterzentrale
- Hekatron Komplettsystem – Rauchschalter ORS 142 + FSZ-Zentrale
- GEZE Haftgegenplatte mit Gelenk – für nicht-fluchtende Türen
- Alle Feststellanlagen-Komponenten im Sortiment
Die 20 wichtigsten Produkte aus dem Sortiment
Auswahl nach Verkaufszahlen — sortiert nach Bestellhäufigkeit der MK-Beschlaege Kunden:
Hekatron ORS 142 Optischer Rauchschalter (2275 verkauft)
Raucherkennungsteil GEZE RSZ 6 (1535 verkauft)
Dorma Rauchschalterplatine G-EMR (961 verkauft)
FSZ Basis Feststellanlagen-Zentrale (739 verkauft)
Hekatron ORS 142 AT RetroFit Rauchschalter (675 verkauft)
Montagesockel 143 A - Rauchmelder Hekatron (565 verkauft)
Geze Gleitstein für R-Gleitschiene (435 verkauft)
Hekatron TDS 247 Thermo-Differential-Schalter (375 verkauft)
Hekatron THM 425 Türhaftmagnet (266 verkauft)
GEZE Haftgegenplatte mit Gelenk (192 verkauft)
Hekatron THM 439/185 Türhaftmagnet (163 verkauft)
Hekatron TSG 100 Torsignalgeber (140 verkauft)
Hekatron FSZ Pro - Feststellanlagen- Zentrale (130 verkauft)
Hekatron HAT 02 Handauslösetaster (128 verkauft)
Montagesockel 143 W - Rauchmelder Hekatron (121 verkauft)
Dictator Schließfolgeregler SR 90 (114 verkauft)
Hekatron AM 142 - Abschluss-Modul (111 verkauft)
Hekatron ASS 65 Ankerplatte (111 verkauft)
Hekatron AFS 65 - Ankerplatte (95 verkauft)
Hekatron AFS 55 - Winkelankerplatte (94 verkauft)