Feststellanlagen
📖 Ratgeber zum Thema
Sie finden im Feststellanlagen Ratgeber 2026 eine ausführliche Anleitung mit Normen, Auswahlhilfen und Wartungs-Tipps.
Feststellanlagen: Brandschutztüren zulässig offen halten
Eine Feststellanlage hält eine Brand- oder Rauchschutztür im Alltag offen und schließt sie im Brandfall automatisch. Sie ist die einzige zulässige Möglichkeit, eine selbstschließende Brandschutztür dauerhaft offen zu halten. Keile, Haken und normale Türfeststeller sind dort verboten. Im Sortiment finden Sie 83 Artikel von Hekatron, dormakaba und GEZE.
- Bauartgenehmigung des DIBt ist Pflicht, die Anlage wird als Ganzes zugelassen
- Vier Bestandteile: Auslösevorrichtung, Feststellvorrichtung, Energieversorgung, Handauslösung
- Ruhestromprinzip: fällt der Strom aus, schließt die Tür
- Prüfung: monatlich durch eingewiesene Person, jährlich durch eine Fachkraft nach DIN 14677-2
- Rauchschalter tauschen nach 8 Jahren, unabhängig vom Zustand
Woraus eine Feststellanlage besteht
| Bestandteil | Aufgabe | Beispiele |
|---|---|---|
| Auslösevorrichtung | Erkennt Rauch oder Wärme und gibt die Tür frei | Rauchschalter wie Hekatron ORS 142, GEZE GC 152, Dorma RM-N |
| Feststellvorrichtung | Hält die Tür offen, solange Spannung anliegt | Haftmagnete oder Gleitschienen mit Feststellung |
| Energieversorgung | Versorgt die Anlage, meist 24 V DC | Zentralen wie Hekatron FSZ, GEZE RSZ, dormakaba RMZ |
| Handauslösung | Ermöglicht das manuelle Schließen | Handtaster an der Tür |
| Türschließer | Schließt die Tür nach der Auslösung sicher | Modelle nach DIN EN 1154, siehe Türschließer |
Wann ist eine Feststellanlage vorgeschrieben?
Immer dann, wenn eine Tür brandschutztechnisch selbstschließend sein muss, im Betrieb aber offen stehen soll. Typisch sind Flure in Pflegeheimen und Schulen, Durchgänge in Produktion und Logistik sowie Treppenraumtüren mit hohem Publikumsverkehr.
Maßgeblich sind DIN 14677-1 und -2 für die Instandhaltung sowie DIN EN 14637 für elektrisch gesteuerte Feststellvorrichtungen. Die Anlage braucht eine Bauartgenehmigung des Deutschen Instituts für Bautechnik. Zugelassen wird dabei nicht das Einzelteil, sondern die Kombination. Bauteile verschiedener Hersteller lassen sich deshalb nicht frei mischen.
Die vier Anlagentypen nach DIN 14677-1
| Typ | Beschreibung |
|---|---|
| Typ 1 | Autarke Anlage, die Auslösung sitzt ausschließlich in der Feststellanlage. Der Normalfall im Bestand. |
| Typ 2 | Eingebunden in eine Brandmeldeanlage. Zusätzlich gilt VDE 0833-2. |
| Typ 3 | Mit Kopplung an Förderanlagen, etwa Lichtschranken an Förderbändern. |
| Typ 4 | Kombination aus Brandmeldeanlage und Förderanlage. |
Prüfung und Wartung
| Intervall | Umfang | Wer |
|---|---|---|
| Monatlich | Funktionsprüfung: Melder auslösen, die Tür muss sicher schließen | Eingewiesene Person |
| Vierteljährlich | Gleicher Umfang, zulässig nach zwölf fehlerfreien Monatsprüfungen | Eingewiesene Person |
| Jährlich | Vollständige Fachprüfung mit Protokoll | Fachkraft nach DIN 14677-2 |
Optische Rauchschalter werden nach acht Jahren getauscht, unabhängig vom äußeren Zustand. Sie lassen sich weder reinigen noch öffnen. Zur Prüfung dient Prüfaerosol, Thermoschalter werden mit warmer Luft ausgelöst.
Nach Hersteller
Häufige Fragen zu Feststellanlagen
Darf ich eine Brandschutztür mit einem Keil offen halten?
Nein. Eine Brandschutztür muss selbstschließend sein. Offen gehalten werden darf sie
ausschließlich durch eine zugelassene Feststellanlage, die im Brandfall automatisch
auslöst. Keile und einfache Feststeller sind unzulässig.
Was passiert bei Stromausfall?
Die Tür schließt. Feststellanlagen arbeiten im Ruhestromprinzip: Der Haftmagnet hält die
Tür nur, solange Spannung anliegt. Fällt die Versorgung aus, gibt er sie frei.
Wie oft muss eine Feststellanlage geprüft werden?
Monatlich durch eine eingewiesene Person, jährlich durch eine Fachkraft nach
DIN 14677-2. Nach zwölf fehlerfreien Monatsprüfungen darf auf vierteljährlich umgestellt
werden. Die Ergebnisse werden dokumentiert.
Kann ich Bauteile verschiedener Hersteller kombinieren?
Grundsätzlich nein. Die Bauartgenehmigung gilt für die geprüfte Kombination. Wer
Komponenten mischt, verliert die Zulassung der Anlage. Beim Austausch also innerhalb des
Herstellersystems bleiben.
Wann muss der Rauchschalter getauscht werden?
Nach acht Jahren, so sieht es DIN 14677 vor. Der Melder altert unabhängig von seiner
Verschmutzung. Bei Funkmeldern begrenzt zusätzlich die Batterie die Lebensdauer.
Was ist der Unterschied zum Rauchwarnmelder in der Wohnung?
Ein Rauchwarnmelder alarmiert Personen und hat eine eigene Batterie. Ein Rauchschalter in
einer Feststellanlage alarmiert niemanden, sondern schaltet die Feststellung ab. Beide
sind nicht gegeneinander austauschbar.
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