Technischer RatgeberTor-, Pendel- & Kühlraumbeschläge
Druckausgleichsventil für Kühl- und Tiefkühlzellen: Funktion und Auswahl
- Druckunterschied: Laut Linum-Katalog werden die Wände von Kühl- und Gefrierräumen durch Luftdruckunterschiede von innen oder außen belastet. Das kann das Öffnen der Tür erschweren.
- Abhilfe: Ein Druckausgleichsventil gleicht Innen- und Außendruck durch Entlüftung aus. Laut Fermod lassen zwei Klappen die Luft hinein oder hinaus.
- Größe nach Zellenvolumen: Die Fermod-Ventile sind nach Zellenvolumen gestaffelt: bis 75 m³, 75 bis 5000 m³ und über 5000 m³.
- Temperatur: Ventile ohne Heizkabel sind nur für Plustemperaturen bestimmt. Für Tiefkühlzellen gibt es beheizte Ventile bis −30 °C, das große Fermod 2260 bis −40 °C.
- Einbau und Anschluss: Wand- oder Deckenmontage je nach Modell, passend zur Paneelstärke. Beim Fermod 2220 und 2260 wird die Heizung laut Fermod außerhalb der Kühlzelle angeschlossen.
Ein Druckausgleichsventil ist ein Ventil in der Wand oder Decke einer Kühl- oder Tiefkühlzelle, das den Luftdruck innen und außen durch Entlüftung ausgleicht. So beschreibt der Linum-Katalog die Ventile von Fermod. Diese Seite erklärt, warum sich eine Kühlzellentür schwer öffnen lassen kann, wie das Ventil arbeitet und wie Sie es nach Zellenvolumen, Temperatur und Einbauort auswählen. Alle Ventile finden Sie in der Kategorie Druckausgleichsventile. Einen Überblick über alle Beschläge am Kühlraum gibt der Kühlraum-Ratgeber.
Mit „Heizung“ ist auf dieser Seite immer das Heizelement im Ventil gemeint, nicht die Heizungsanlage eines Gebäudes.
Warum lässt sich die Kühlzellentür schwer öffnen?
Laut Linum-Katalog werden die Wände von Kühl- und Gefrierräumen regelmäßig durch Luftdruckunterschiede belastet, entweder von innen oder von außen. Das kann sich auf die Struktur des Raumes auswirken und auch das Öffnen der Tür erschweren. Fermod schreibt auf seiner Website (englisch) ebenso, dass die Wände einer Kühlzelle ständig durch Druckschwankungen von innen oder außen beansprucht werden.
Ein Druckausgleichsventil gleicht diesen Unterschied aus, indem es Luft hinein oder hinaus lässt. Laut Linum trägt es außerdem dazu bei, eine konstante Lufttemperatur zu halten.
Verschluss und Öffnung von innen behandeln die Ratgeber Kühlraumverschluss und Scharnier und Notöffnung von Kühlräumen.

Ein Druckausgleichsventil sitzt in der Wand der Zelle. Abbildung aus dem Linum Katalog COOL.
So arbeitet ein Druckausgleichsventil
Fermod beschreibt das 2220, 2230 und 2260 auf seiner Website (englisch) als mechanisch arbeitende Ventile mit zwei luftdichten, beweglichen Klappen. Beim Fermod 2220 haben die Klappen eine Rückstellfeder, die Luft kann in beide Richtungen strömen, Zuluft und Abluft sind durch eine Trennwand getrennt. Das Fermod 2230 spricht laut Fermod bei einem Druck von etwa 10 mm Wassersäule an.
Beim Fermod 2227 sollen die luftdichten Klappen Eisbildung in der Kühlzelle begrenzen, die wasserdichte Montage soll Eis zwischen Ventil und Wand verhindern. Laut Linum-Katalog sind die Ventile wasserdicht und aus Komposit. Fermod nennt das Material beim 2220 beständig gegen Reinigungsmittel.
Welches Druckausgleichsventil passt? Auswahl nach Zellenvolumen und Temperatur
Der Linum-Katalog ordnet die Fermod-Ventile nach Zellenvolumen und Temperatur (mit oder ohne Heizkabel), dazu nach Einbauort (Wand oder Decke) und Paneelstärke. Alle Werte in der Tabelle stammen aus dem Linum-Katalog.
| Ventil | Zellenvolumen | Temperatur | Heizung | Montage | Paneelstärke |
|---|---|---|---|---|---|
| Fermod 2222TP | bis 75 m³ | nur Plustemperatur | ohne | Wand oder Decke | 60 bis 120 mm |
| Fermod 2220 | bis 75 m³ | bis −30 °C | 8 W | Wand oder Decke | 60 bis 120 mm |
| Fermod 2227-M | bis 75 m³ | bis −30 °C | 8 W | Wand oder Decke, Kabel Mitte Paneel | 75 bis 150 mm (Decke 75 bis 120 mm) |
| Fermod 2250 | 75 bis 5000 m³ | nur Plustemperatur | ohne | Wand | 60 bis 270 mm |
| Fermod 2251 | 75 bis 5000 m³ | nur Plustemperatur | ohne | Decke | 60 bis 270 mm |
| Fermod 2230 | 75 bis 5000 m³ | bis −30 °C | 40 W | Wand | 130 bis 270 mm |
| Fermod 2231 | 75 bis 5000 m³ | bis −30 °C | 25 W | Decke | 130 bis 270 mm |
| Fermod 2260 | über 5000 m³ | bis −40 °C | 185 W | nur Wand | 100 bis 320 mm |
So lesen Sie die Tabelle: Für eine Pluskühlzelle bis 75 m³ kommt nach Katalog ein Ventil ohne Heizkabel wie das 2222TP in Frage. Für eine Tiefkühlzelle derselben Größe nehmen Sie ein beheiztes Ventil wie das 2220 oder das 2227-M. Größere Zellen bis 5000 m³ bekommen das 2250 oder 2251 (Plustemperatur) beziehungsweise das beheizte 2230 für die Wand oder 2231 für die Decke. Für Räume über 5000 m³ ist das 2260 vorgesehen.
Wie viele Ventile eine Zelle braucht, beantwortet die Tabelle nicht. Der Linum-Katalog weist darauf hin, dass für die Berechnung der erforderlichen Ventile nur die Formeln der Fermod-Broschüre gelten. Für niedrige Temperaturen und für Berechnungen zu Großprojekten verweist der Katalog auf eine Anfrage, Fermod für andere Einsatztemperaturen ebenso.
Beheizte Ausführung für Tiefkühlzellen
Für die Tiefkühlzelle kommen nur beheizte Ventile in Frage. Der Linum-Katalog führt die Ventile ohne Heizkabel ausdrücklich als „nur +T°C“, also nur für Plustemperaturen. Das Heizelement verhindert laut Fermod, dass das Ventil vereist (beim 2230: „prevents frosting“). Beim 2220 und 2227 ist es nach Fermod vollständig im Ventil eingeschlossen, beim 2230 im Rohr mit einem Spannband befestigt.
Die Heizleistung unterscheidet sich je Modell: 8 W beim 2220 und 2227, 25 W beim 2231, 40 W beim 2230 und rund 185 W beim 2260. Beim 2230, 2231 und 2260 überwacht laut Katalog ein thermischer Fühler das Heizelement (Alarm). Das 2260 hat zwei Heizkabel, eines um das Querrohr und eines am Sitz der Klappen, und zwei Thermokontakte, die sich laut Fermod an eine Alarmeinrichtung anschließen lassen.

Fermod 2230/2231 für Zellen von 75 bis 5000 m³, das 2260 für Zellen über 5000 m³. Abbildung aus dem Linum Katalog COOL.
Einbau: Wand oder Decke, Paneelstärke beachten
Entscheidend für den Einbau sind Einbauort und Paneelstärke. Das 2222TP, 2220 und 2227 lassen sich in Wand oder Decke setzen. Beim 2250/2251 und 2230/2231 gibt es getrennte Ausführungen für Wand und Decke, das 2260 ist nur für die Wand.
- Fermod 2227: Wand 75 bis 150 mm, mit optionalem Aluminiumrohr bis 215 mm (im Katalog eigene Ausführung 2227-M/215); Decke 75 bis 120 mm. Fermod beschreibt das Ventil als ausziehbar, damit es zu verschiedenen Wandstärken passt.
- Fermod 2220: Fermod nennt einen teleskopischen Zylinder, der sich an verschiedene Wandstärken anpassen lässt; der Katalog nennt 60 bis 120 mm.
- Fermod 2230 und 2231: Ein Rohr mit Dichtung führt laut Fermod durch die Wand und wird dicht am Gehäuse befestigt. Das Gehäuse mit den Klappen sitzt außerhalb des Raumes. Das 2250 und 2251 führt Fermod als Ausführungen ohne Heizelement; der Katalog nennt für sie 60 bis 270 mm.
- W88 mit Heizung: laut Linum-Website runder Ausschnitt Ø 89 bis 92 mm, für Standardpaneele von 100 mm, vorgebohrt für Schrauben, Gehäuse aus Aluminium, Luftstrom in beide Richtungen, Heizung 23 W. Zellenvolumen und Temperaturbereich nennt die Quelle nicht.
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung oder Vorgaben zur Lage des Ventils in der Zelle enthalten die vorliegenden Herstellerunterlagen nicht.
Elektrischer Anschluss der Heizung
Beim 2220 und beim 2260 wird laut Fermod außerhalb der Kühlzelle angeschlossen. Beim 2220 führt laut Fermod ein Kabel aus der Verschraubung vorn am Ventil heraus, beim 2260 erfolgt der Anschluss direkt in einem Kompositkasten. Das 2230/2231 und das 2260 brauchen nach Fermod 220 V mit Schutzleiter.
Beim Fermod 2227 gibt es drei Möglichkeiten für die Kabeldurchführung: horizontal außen (2227-H), vertikal außen (2227-V) und durch das Paneel (2227-M, „Mitte Paneel“). Im Sortiment finden Sie das 2227-M.

Beim Fermod 2227 wählen Sie die Kabeldurchführung: Mitte Paneel, horizontal oder vertikal extern. Abbildung aus dem Linum Katalog COOL.
Ersatzteile für Kühlraumtüren behandelt der Ratgeber Kühlraumtür-Ersatzteile.
Häufige Fragen
Warum lässt sich meine Kühlzellentür schwer öffnen?
Laut Linum-Katalog belasten Luftdruckunterschiede zwischen innen und außen die Wände von Kühl- und Gefrierräumen, und das kann das Öffnen der Tür erschweren. Ein Druckausgleichsventil gleicht Innen- und Außendruck durch Entlüftung aus.
Brauche ich in einer Tiefkühlzelle ein beheiztes Druckausgleichsventil?
Ja. Ventile ohne Heizkabel sind laut Linum-Katalog nur für Plustemperaturen bestimmt. Beheizte Fermod-Ventile gibt es bis −30 °C, das 2260 bis −40 °C.
Welches Ventil passt zu welchem Zellenvolumen?
Fermod 2220, 2222TP und 2227 für Zellen bis 75 m³, 2230, 2231, 2250 und 2251 für 75 bis 5000 m³, das 2260 für über 5000 m³. Die genaue Anzahl richtet sich nach den Berechnungsformeln von Fermod.
Kann ich ein Druckausgleichsventil in die Decke einbauen?
Ja, je nach Modell. Das 2220, 2222TP und 2227 gehen in Wand oder Decke (2227 in der Decke bis 120 mm Paneelstärke), für die Decke gibt es außerdem das 2231 und das 2251. Das 2260 ist nur für die Wand.
Was bedeutet das „M“ beim Fermod 2227-M?
Das 2227-M ist laut Linum-Katalog die Ausführung mit Kabeldurchführung „Mitte Paneel“, Fermod nennt sie „through the panel“ (durch das Paneel). Daneben gibt es das 2227-H (horizontal, extern) und das 2227-V (vertikal, extern).