Technischer RatgeberFeststellanlagen & Brandschutz
Türhaftmagnete: Bauarten, Haltekraft und Montage
- Ein Türhaftmagnet hält eine Tür mit Strom offen. Wird der Haltestrom abgeschaltet, gibt er die Tür frei und der Türschließer schließt sie.
- Bauarten im Sortiment: Wandmontage, Bodenmontage, Unterputz, Aufputz mit Taster sowie Ausführungen mit Standrohr für Wand, Boden und Decke.
- Haltekraft je Modell: zum Beispiel 490 N beim GEZE Türhaftmagnet, 400 N beim Dorma EM 500, 686 N beim Hekatron THM 425.
- Spannung: Die Haftmagnete in diesem Ratgeber arbeiten mit 24 V. Entscheidend ist die Zulassung: GEZE kennzeichnet seine Magnete für 230 V AC und 48 V DC als in Deutschland nicht mit GEZE-Feststellanlagen bauaufsichtlich zugelassen.
- Brand- und Rauchschutztüren: Ein Haftmagnet ist dort nur als Teil einer zugelassenen Feststellanlage erlaubt, mit Brandmelder, Handauslösetaster und Abnahme.
Ein Türhaftmagnet ist ein Elektromagnet, der eine Tür im geöffneten Zustand hält, solange Strom fließt. An Feuer- und Rauchschutztüren ist er die Feststellvorrichtung einer Feststellanlage: Im Brandfall schaltet die Anlage den Haltestrom ab, die Tür löst sich und wird vom Türschließer geschlossen. Der Magnet sitzt an Wand oder Boden, am Türblatt sitzt die passende Ankerplatte (bei GEZE Haftgegenplatte genannt). Wie die ganze Anlage aufgebaut ist, steht im Feststellanlagen Ratgeber.
Wie funktioniert ein Türhaftmagnet?
GEZE beschreibt das Prinzip so: Elektrische Türhaftmagnete werden als Feststellvorrichtungen zum Offenhalten von Feuerschutztüren verwendet. Sie müssen mit einem Rauchmeldesystem gekoppelt sein, das im Brandfall den Haltestrom abschaltet. Dann löst sich die Tür und der Türschließer schließt sie. Unabhängig davon lässt sich die Tür über einen Handauslösetaster aus der Feststellung lösen, der den Haltestrom ebenfalls abschaltet.
Die Bauartgenehmigung der Hekatron-Anlage FSZ Pro fordert entsprechend, dass die Feststellvorrichtung auf ein Signal der Auslösevorrichtung oder des Handauslösetasters die Tür zum Schließen freigibt.
Welche Arten von Türhaftmagneten gibt es?
Die Hersteller unterscheiden die Haftmagnete vor allem nach dem Montageort. Die Tabelle zeigt die Bauarten, die MK führt, mit den Angaben aus den Herstellerunterlagen.
| Bauart | Modell | Haltekraft |
|---|---|---|
| Wandmontage | Hekatron THM 425 | 686 N |
| Wandmontage | Hekatron THM 425-1 | 1372 N |
| Wandmontage | Hekatron THM 433, Hekatron THM 440 | je 490 N |
| Wandmontage mit Grundplatte | GEZE Türhaftmagnet Wandmontage | 490 N |
| Grundmodell ohne Befestigungsplatte, rückseitig verschraubt | GEZE Türhaftmagnet Grundmodell | 490 N |
| Aufputz, Wandmontage | Dorma EM 500 G | 400 N |
| Unterputz | Dorma EM 500 U | 400 N |
| Aufputz mit Unterbrecherdrucktaster | Dorma EM 500 A | 400 N |
| Bodenmontage | Hekatron THM 413 | 490 N |
| Wand-, Boden- und Deckenmontage, Standrohr 185, 335 oder 485 mm, Kopf dreh- und schwenkbar | Hekatron THM 439/185, THM 439/335, THM 439/485 | je 490 N |

Die Zeichnungen zeigen die Bauformen der Hekatron Haftmagnete für Wand, Boden und Standrohr mit ihren Maßen in mm. Abbildung aus der Montageanleitung Haftmagnete von Hekatron.
Haltekraft: was die Newton-Angabe bedeutet
Die Haltekraft wird in Newton (N) angegeben. Sie unterscheidet sich je nach Hersteller und Modell, deshalb gilt immer der Wert des einzelnen Geräts:
- GEZE Türhaftmagnet Wandmontage und Grundmodell: 490 N bei 24 V DC.
- Dorma EM 500 G, U und A: 400 N.
- Hekatron: THM 413, 433, 439 und 440 je 490 N, THM 425 686 N, THM 425-1 1372 N.
Hekatron ordnet jedem Magneten eine bestimmte Ankergröße zu (siehe unten). Bei allen drei Herstellern sind Ankerplatte, Anker oder Haftgegenplatte eigene Artikel. Eine Zuordnung der Haltekraft zu Türgewicht oder Türbreite enthalten die Unterlagen von Hekatron, GEZE und dormakaba nicht. Wer unsicher ist, welcher Magnet an eine bestimmte Tür gehört, fragt beim Tür- oder Magnethersteller nach.
Spannung: Türhaftmagnet mit 24 V
Hekatron betreibt alle Standard-Türhaftmagnete mit 24 V DC, GEZE die Türhaftmagnete für seine Feststellanlagen ebenfalls mit 24 V DC. Für den Dorma EM 500 G, U und A nennt dormakaba eine Betriebsspannung von 24 V AC/DC.
Entscheidend ist dabei die Zulassung: GEZE führt in seinen Unterlagen auch Türhaftmagnete für 230 V AC und 48 V DC und kennzeichnet sie ausdrücklich als in Deutschland nicht mit GEZE-Feststellanlagen bauaufsichtlich zugelassen. Beide gibt es bei uns: GEZE Türhaftmagnet 230 V AC, 400 N und GEZE Türhaftmagnet 48 V DC, 200 N. Maßgeblich ist immer, welche Geräte die Genehmigung der Anlage aufführt.
Beim Anschluss gibt Hekatron zwei Hinweise: Polarität beachten und gegebenenfalls eine Löschdiode verwenden, denn Elektromagnete erzeugen beim Abschalten Überspannungen, die Schaltkontakte zerstören können. Hekatron-Magnete haben dafür eine eingebaute Schutzschaltung. Außerdem muss das Netzgerät der Zentrale den Strom aller Melder und Magnete liefern; Hekatron rechnet das im Planungshandbuch an einem Beispiel vor, bei dem die Hekatron FSZ Basis mit maximal 400 mA Ausgangsstrom genügt. Die Verdrahtung der GEZE-Anlagen zeigt der Ratgeber GEZE-Anschlusspläne.
Ankerplatte und Gegenplatte
Ohne Gegenstück hält kein Haftmagnet. dormakaba nennt den Anker beim EM 500 ausdrücklich als erforderliches Zubehör. Hekatron ordnet die Ankerplatten so zu:
| Hekatron Magnet | Standard-Ankerplatte (Schwenkbereich 5°) | Winkelankerplatte (2 × 60°) |
|---|---|---|
| THM 413, 433, 439, 440 | ASS 55 | AFS 55 |
| THM 425 | ASS 65 | AFS 65 |
| THM 425-1 | ASS 75 | AFS 75 |
Die flexible Winkelankerplatte AFS ist laut Hekatron für extreme Einstellungen gedacht, wenn Tür und Magnet nicht gerade zueinander stehen.
GEZE nennt das Gegenstück Haftgegenplatte und bietet drei Ausführungen an:
- Haftgegenplatte Standard: gummigelagert, auf Montageplatte mit Federung zur Planlage am Haftmagnet.
- Haftgegenplatte mit Federpuffer: Dämpfungsfeder mit 20 mm Federweg für einen weichen, federnden Anschlag, laut GEZE für schwere Türen.
- Haftgegenplatte mit Gelenk: zusätzliche Justierung für extreme Winkelstellungen zwischen Tür und Haftmagnet, Schwenkbereich ca. 60°.

Die Haftgegenplatte sitzt an der Tür und liegt am Haftmagnet an, die Ausführung mit Federpuffer dämpft den Anschlag schwerer Türen. Abbildung aus dem Produktprospekt RSZ 7 von GEZE.
Montage eines Türhaftmagneten: Grundsätze der Hersteller
Die Montageanleitung von Hekatron und die Bauartgenehmigung der Feststellanlage geben folgende Punkte vor:
- Montagematerial: Das Montagematerial für Haftmagnet und Ankerplatte gehört bei Hekatron nicht zum Lieferumfang.
- Flucht: Ankerplatte und Haftmagnet müssen beim Öffnen der Tür genau aufeinandertreffen, also in einer Flucht liegen.
- Tür nicht durchbohren: Die Befestigungsmittel dürfen die Schutzfunktion der Tür nicht beeinträchtigen, die Tür darf nicht durchbohrt werden. Wie die Ankerplatte befestigt wird, steht im Verwendbarkeitsnachweis oder in der Einbauanleitung der Tür, sonst beim Türhersteller.
- Vor dem Einschalten: prüfen, ob die Betriebsspannung 24 V DC beträgt und die Flucht zwischen Ankerplatte und Haftmagnet stimmt.
- Zustand: nur einwandfreie Geräte montieren, der Haftmagnet darf keine mechanischen Beschädigungen haben.
- Freier Schließbereich: Der Bereich, den die Tür zum Schließen braucht, muss ständig frei bleiben und gegebenenfalls am Boden gekennzeichnet sein.
Für die Montage an der Feuerschutztür kommt die Abnahme hinzu: dormakaba weist beim EM 500 darauf hin, dass die Abnahme der Feststellanlage zusätzlich erforderlich ist.
Haftmagnet an der Brandschutztür: nur als Teil einer zugelassenen Feststellanlage
An einer Feuer- oder Rauchschutztür ist der Haftmagnet nie ein Einzelteil, sondern die Feststellvorrichtung einer Feststellanlage. Dazu gehören außerdem Brandmelder, Auslösevorrichtung mit Energieversorgung und Handauslösetaster. Zugelassen ist die Anlage als Ganzes, und sie darf nur aus Geräten bestehen, die ihre Genehmigung aufführt:
- GEZE führt seine Türhaftmagnete in der allgemeinen Bauartgenehmigung der GEZE-Feststellanlagen, zum Beispiel FA GC 150, unter der Bezeichnung GT 50 R als Feststellvorrichtung.
- dormakaba nennt für den EM 500 die Zulassung mit der Rauchmeldezentrale RMZ (Z-6.500-2372) und weiteren Rauchmeldesystemen.
- Die Bauartgenehmigung der Hekatron-Anlage FSZ Pro (Z-6.500-2359) listet unter den Feststellvorrichtungen unter anderem die Hekatron-Magnete THM 413, 425, 425-1, 433, 439 und 440 sowie den Dorma EM 500 G, U und A auf.
Jede Feststellvorrichtung muss auch per Handauslösetaster ausgelöst werden können. Der Taster muss rot sein, in unmittelbarer Nähe der Tür sitzen und darf von der offenen Tür nicht verdeckt werden. Im Sortiment sind das zum Beispiel der Hekatron HAT 02 oder der GEZE Unterbrechertaster. Bei zweiflügeligen Türen verlangt die Genehmigung der FSZ Pro zusätzlich einen Schließfolgeregler nach DIN EN 1158.

Die Anwendungsbeispiele zeigen, wo Haftmagnet, Rauchmelder und Handauslösetaster an einer Feststellanlage mit obenliegendem Türschließer sitzen. Abbildung aus dem Technikprospekt Haftmagnet EM 500 von dormakaba.
Mechanische Feststellung an Brand- und Rauchschutztüren ist verboten. Türfeststeller mit Dauermagnet sind keine Feststellanlage und gehören deshalb nicht an Brand- und Rauchschutztüren. Solche Feststeller für normale Türen behandelt der Türfeststeller Ratgeber, was eine Feuerschutztür ausmacht, erklärt Was bedeutet feuerhemmend. Alle Haftmagnete im Sortiment finden Sie unter Haftmagnete, Zentralen und Melder unter Feststellanlagen.
Häufige Fragen
Was ist ein Türhaftmagnet?
Ein Elektromagnet, der eine Tür über eine Ankerplatte offen hält, solange Strom fließt. An Feuer- und Rauchschutztüren ist er die Feststellvorrichtung einer Feststellanlage: Bei Rauch oder über den Handauslösetaster wird der Haltestrom abgeschaltet und der Türschließer schließt die Tür.
Welche Arten von Haftmagneten gibt es?
Im Sortiment gibt es Türhaftmagnete für Wandmontage (zum Beispiel Hekatron THM 425, GEZE Türhaftmagnet Wandmontage, Dorma EM 500 G), für Bodenmontage (Hekatron THM 413), für Unterputzmontage (Dorma EM 500 U), mit Unterbrecherdrucktaster (Dorma EM 500 A) und mit Standrohr für Wand, Boden und Decke (Hekatron THM 439).
Wie montiert man einen Türhaftmagneten?
Magnet und Ankerplatte so setzen, dass sie beim Öffnen genau aufeinandertreffen. Die Tür darf für die Ankerplatte nicht durchbohrt werden, die Befestigung richtet sich nach den Angaben des Türherstellers. Vor dem Einschalten 24 V DC und die Flucht prüfen. An Feuerschutztüren muss die Feststellanlage anschließend abgenommen werden.
Darf ich einen Haftmagneten an einer Brandschutztür einsetzen?
Nur als Teil einer zugelassenen Feststellanlage, deren Genehmigung den Magneten aufführt, mit Brandmelder, Auslösevorrichtung, Handauslösetaster und Abnahme. Ein Magnet allein oder ein mechanischer Feststeller ist an Brand- und Rauchschutztüren nicht zulässig.
Gibt es Türhaftmagnete mit 230 V?
GEZE führt in seinen Unterlagen einen 230-V-AC-Magneten (GEZE Türhaftmagnet 230 V AC, 400 N), kennzeichnet ihn aber als in Deutschland nicht mit GEZE-Feststellanlagen bauaufsichtlich zugelassen. Die Haftmagnete in diesem Ratgeber arbeiten mit 24 V (Dorma EM 500 G, U und A mit 24 V AC/DC).
Welche Haltekraft hat ein Türhaftmagnet?
Das hängt vom Modell ab: GEZE Türhaftmagnet 490 N, Dorma EM 500 G, U und A 400 N, Hekatron THM 413, 433, 439 und 440 je 490 N, THM 425 686 N und THM 425-1 1372 N.